Auf der Urlaubsfahrt oder der Dienstreise knallt es kurz gegen die Scheibe des Mietwagens — und sofort stellt sich ein mulmiges Gefühl ein: Was kostet mich das? Beim Mietfahrzeug gelten eigene Spielregeln, denn hier zählt nicht Ihre Kfz-Versicherung, sondern der Mietvertrag. Wer die typischen Fallen kennt, kommt meist glimpflich davon.
Das Übergabeprotokoll: Ihr wichtigstes Dokument
Alles beginnt schon bei der Abholung. Prüfen Sie die Scheiben vor der Abfahrt auf vorhandene Steinschläge und Kratzer und bestehen Sie darauf, dass jeder noch so kleine Schaden im Übergabeprotokoll steht — ergänzt um eigene Fotos mit Zeitstempel, auch vom Glas. Fehlt diese Dokumentation, kann Ihnen bei der Rückgabe ein Altschaden zugerechnet werden, den ein Vormieter verursacht hat. Dieselbe Sorgfalt gilt bei der Rückgabe: Lassen Sie sich den Zustand schriftlich bestätigen.
Bewährt hat sich ein kurzes Video statt einzelner Fotos: einmal langsam um das Fahrzeug herum, mit ruhigem Schwenk über Windschutzscheibe, Seitenscheiben und Dach. Das dauert keine zwei Minuten, hält den Zustand lückenlos fest und lässt sich bei Diskussionen auch Monate später noch abrufen. Achten Sie dabei auf gutes Licht — in dunklen Tiefgaragen und bei Regen bleiben feine Einschläge im Glas nahezu unsichtbar, und genau diese kleinen Schäden werden bei der Rückgabe gern zum Streitpunkt.
Steinschlag unterwegs: Sofort richtig reagieren
Passiert der Schaden während der Miete, gilt zunächst dasselbe wie beim eigenen Auto: kurz anhalten, Schaden ansehen, fotografieren — die grundlegenden Schritte fasst der Ratgeber Steinschlag: Sofortmaßnahmen zusammen. Beim Mietwagen kommt ein entscheidender Schritt hinzu: Melden Sie den Schaden umgehend dem Vermieter, in der Regel über dessen Hotline oder App. Fast alle Mietverträge verlangen die unverzügliche Meldung; wer sie versäumt, riskiert den Verlust des vereinbarten Versicherungsschutzes.
Selbstbeteiligungs-Fallen im Mietvertrag
- Basis-Tarife enthalten oft hohe Selbstbeteiligungen, die auch bei Glasschäden greifen
- Manche CDW-Vollkaskopakete schließen Glas, Reifen und Unterboden ausdrücklich aus
- Zusatzpakete für Glasschutz gibt es beim Vermieter — oder günstiger über externe Anbieter
- Kreditkarten mit Mietwagenversicherung decken Glas teils mit ab: Bedingungen vorher lesen
- Eigenmächtige Reparaturen können den Versicherungsschutz komplett aushebeln
Der Klassiker: Der gebuchte „Vollschutz“ entpuppt sich als Paket mit Glas-Ausschluss, und der Vermieter berechnet nach der Rückgabe den kompletten Scheibentausch. Lesen Sie deshalb vor Vertragsabschluss genau, ob Glasschäden eingeschlossen sind — der Aufpreis für den Glasschutz ist fast immer kleiner als das Risiko.
Niemals selbst reparieren lassen
Auch wenn es gut gemeint ist: Beauftragen Sie beim Mietwagen keine Reparatur auf eigene Faust. Das Fahrzeug gehört dem Vermieter, und der entscheidet über den Reparaturweg. Eine eigenmächtig organisierte Behebung kann als unerlaubter Eingriff gewertet werden — dann zahlen Sie doppelt. Ihre Aufgabe beschränkt sich auf Melden, Dokumentieren und die Anweisungen des Vermieters zu befolgen. Heben Sie dabei sämtliche Kommunikation auf — Mails, Chatverläufe, Schadennummern: Kommt es Monate später zu einer Nachbelastung der Kreditkarte, sind diese Nachweise Ihr wichtigstes Werkzeug, um unberechtigte Forderungen abzuwehren oder auf die vereinbarte Selbstbeteiligung zu begrenzen. Passiert der Schaden im Ausland, gelten zusätzliche Besonderheiten, die der Beitrag Glasschaden im Ausland beleuchtet.
Und beim eigenen Auto? Da helfen wir direkt
Beim Mietwagen sind Ihnen die Hände gebunden — beim eigenen Fahrzeug nicht. Wenn Ihr Auto einen Steinschlag hat, prüfen die Autoglas-Profis vor Ort kostenlos, ob eine Reparatur per Harz-Injektion reicht oder ein Tausch ansteht, und übernehmen die Abwicklung mit Ihrer Teilkasko. Wie diese Abwicklung grundsätzlich läuft, erklärt der Ratgeber Übernimmt die Versicherung den Steinschlag. Termin einfach telefonisch unter 0176 65108837 vereinbaren — wir kommen zu Ihnen.

