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Bull's Eye bis Krähenfuß: Steinschlag-Arten im Überblick

Nahaufnahme verschiedener Steinschlag-Schadensbilder in einer Windschutzscheibe im Vergleich

Steinschlag ist nicht gleich Steinschlag. Je nachdem, wie groß der Stein war, in welchem Winkel er auftraf und wie schnell das Fahrzeug unterwegs war, entstehen ganz unterschiedliche Schadensbilder. Für die Frage, ob Ihre Windschutzscheibe repariert werden kann, ist die Form des Schadens mindestens so wichtig wie seine Größe. Ein Blick auf die typischen Steinschlag-Arten lohnt sich also.

Bull's Eye: der Klassiker unter den Steinschlägen

Das Bull’s Eye – auf Deutsch etwa „Stierauge“ – ist das bekannteste Schadensbild. Es zeigt sich als runder, dunkler Krater mit einem klar abgegrenzten Rand, ähnlich einer Zielscheibe. Der Stein hat dabei eine kegelförmige Abplatzung in der äußeren Glasschicht hinterlassen. Die gute Nachricht: Ein sauberes Bull’s Eye ohne auslaufende Risse gehört zu den am besten reparierbaren Schäden überhaupt. Das Reparaturharz füllt den Hohlraum vollständig aus und stellt die Stabilität weitgehend wieder her.

Krähenfuß und Sternbruch: wenn Risse strahlen

Beim Krähenfuß gehen vom Einschlagpunkt mehrere feine Risse strahlenförmig nach außen – das Muster erinnert an einen Vogelfuß. Verwandt damit ist der Sternbruch, bei dem die Risse gleichmäßiger in alle Richtungen laufen. Beide Formen sind heikler als ein Bull’s Eye, denn jeder einzelne Rissarm kann unter Belastung weiterwachsen. Eine Reparatur ist oft trotzdem möglich, solange die Rissarme kurz sind und der Schaden nicht im Sichtfeld liegt. Der Fachbetrieb spritzt das Harz dabei so ein, dass es auch in die feinen Risskanäle vordringt.

Halbmond, Kombischaden und Oberflächenabplatzung

Neben den beiden Hauptformen gibt es weitere typische Schadensbilder:

  • Halbmond: ein sichelförmiger Bruch, entstanden durch schrägen Aufprall – meist gut reparabel
  • Kombischaden: Bull’s Eye mit auslaufenden Rissen, die Mischform aus Krater und Krähenfuß
  • Oberflächenabplatzung: nur die oberste Glasschicht ist verletzt, ohne Krater darunter
  • Langriss: ein durchgehender Riss ab mehreren Zentimetern – hier hilft nur noch der Tausch

Gerade der Kombischaden ist tückisch: Der Krater wirkt harmlos, aber die feinen Risse darunter sind mit bloßem Auge kaum zu erkennen. Die Fachkräfte vor Ort prüfen solche Schäden deshalb mit Spiegel und Lampe von beiden Seiten, bevor sie über Reparatur oder Tausch entscheiden.

Interessant für den Alltag: Das Schadensbild verrät oft auch etwas über die Entstehung. Ein sauberes Bull’s Eye deutet auf einen kompakten, eher stumpfen Stein, der frontal auftraf. Krähenfüße und Sternbrüche entstehen häufiger bei kantigen Splittkörnern und hohem Tempo, der Halbmond bei schrägem Aufprallwinkel. Für die Versicherung spielt das keine Rolle – Glasbruch ist Glasbruch –, aber es erklärt, warum nach einer Fahrt über frisch abgestreute Winterstraßen oft gleich mehrere unterschiedliche Schadensbilder auf derselben Scheibe zu finden sind. Werfen Sie nach solchen Strecken ruhig einen prüfenden Blick aufs Glas, am besten bei tief stehender Sonne oder mit einer Taschenlampe im Schrägwinkel.

Was das Schadensbild über die Reparierbarkeit verrät

Als Faustregel gilt: kompakte, geschlossene Schadensbilder wie Bull’s Eye und Halbmond lassen sich am zuverlässigsten reparieren. Je länger und zahlreicher die Rissarme, desto eher fällt die Entscheidung zum Scheibentausch. Daneben zählen Lage und Größe des Schadens – wie Sie beides selbst einschätzen, zeigt der Ratgeber Steinschlag-Größe richtig beurteilen. Liegt der Schaden im Fernsichtfeld des Fahrers oder direkt am Rand, gelten strengere Regeln; die Details erklärt unser Beitrag Wann keine Reparatur möglich ist.

Unabhängig von der Form gilt: Jeder Steinschlag sollte zügig begutachtet werden, denn aus jedem Schadensbild kann ein wachsender Riss werden. Wie die Instandsetzung technisch abläuft, beschreibt der Artikel zur Harz-Injektion Schritt für Schritt. Wenn Sie unsicher sind, welche Art von Schaden Ihre Scheibe hat: Schicken Sie ein Foto oder rufen Sie unter 0176 65108837 an – die Einschätzung ist unverbindlich, und in vielen Fällen ist der Schaden schneller behoben, als Sie denken.

Häufige Fragen

Fragen zu diesem Thema

Welche Steinschlag-Art lässt sich am besten reparieren?

Am unkompliziertesten ist das klassische Bull’s Eye: ein runder, klar begrenzter Krater ohne auslaufende Risse. Das Reparaturharz füllt den Hohlraum vollständig und stellt die Festigkeit des Verbundglases weitgehend wieder her. Auch der sichelförmige Halbmond gilt als dankbares Schadensbild. Schwieriger wird es bei Krähenfuß und Kombischaden, weil sich das Harz dort in viele feine Risskanäle verteilen muss – möglich ist die Reparatur aber oft trotzdem.

Was ist ein Krähenfuß am Auto?

Ein Krähenfuß ist ein Steinschlag, bei dem vom Einschlagpunkt mehrere feine Risse strahlenförmig nach außen laufen – das Muster erinnert an den Fußabdruck eines Vogels. Er entsteht, wenn die Aufprallenergie nicht in einem Krater aufgefangen wird, sondern sich in die Glasstruktur hinein verteilt. Krähenfüße sollten besonders zügig repariert werden, weil jeder einzelne Rissarm bei Vibration oder Temperaturwechsel weiterwachsen kann.

Kann ich die Steinschlag-Art selbst bestimmen?

Eine grobe Einordnung gelingt oft selbst: Ein runder Krater deutet auf ein Bull’s Eye, sichtbare Rissstrahlen auf einen Krähenfuß oder Sternbruch. Verlässlich ist die Selbstdiagnose aber nicht, denn feine Haarrisse unter der Oberfläche sind mit bloßem Auge kaum erkennbar. Die endgültige Beurteilung übernimmt der Fachbetrieb mit Lampe und Prüfspiegel – erst dann steht fest, ob repariert werden kann oder getauscht werden muss.

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